Wie können Obduktionen bei hochgefährlichen Infektionskrankheiten (High Consequence Infectious Diseases, HCIDs) wie Ebola, Marburg oder Lassa Fieber sicher durchgeführt werden? Dieser Frage widmet sich ein internationaler Übersichtsartikel unter Beteiligung von Wissenschaftler*innen des Nationalen Obduktionsnetzwerks, der jetzt in Emerging Microbes & Infections erschienen ist.
Die Autor*innen zeigen, dass Obduktionen entscheidend zum Verständnis neuer und bekannter Infektionskrankheiten beitragen können. Gerade für Erkrankungen, die durch Erreger der höchsten Risikogruppe (RG 4) verursacht werden, ist ein verbessertes Verständnis der Pathophysiologie essentiell, um bislang fehlende spezifische Therapeutika und Impfstoffe zu entwickeln. Doch gerade hier besteht weltweit eine erhebliche Lücke: Während für Obduktionen unter Biosicherheitsstufe 3 detaillierte Empfehlungen existieren, fehlen Leitlinien für Obduktionen unter BSL-4-Bedingungen. Die Publikation vergleicht bestehende internationale Vorgaben, diskutiert alternative Verfahren wie minimalinvasive Gewebeentnahmen und entwickelt erstmals einen strukturierten Vorschlag für die Durchführung von BSL-4-Obduktionen.
Die Arbeit unterstreicht die Bedeutung international harmonisierter Standards und leistungsfähiger Obduktionsinfrastrukturen als Bestandteil der Pandemic Preparedness. Wir freuen uns, zu dieser wichtigen Publikation beigetragen zu haben.
Hier gelangen Sie zum vollständigen Artikel von Allgoewer et al.
