Über das Projekt
Eine Blutstrominfektion mit dem Bakterium "Staphylococcus aureus" ist eine schwere Erkrankung. Eine solche Infektion kann zu schweren Komplikationen bis hin zum Tod führen. Besonders gefährdet sind Menschen, bei denen zusätzliche Risikofaktoren vorliegen. Dazu gehören zum Beispiel Infektionsherde, die tief im Körper liegen, oder medizinische Fremdmaterialien wie Katheter oder Prothesen. Bisher ist nicht eindeutig geklärt, ob eine Behandlung mit mehreren Antibiotika bei diesen Patientinnen und Patienten einen zusätzlichen Nutzen hat. In dieser Studie wird deshalb untersucht, ob eine Kombination des Antibiotikums Fosfomycin mit einem weiteren Antibiotikum die Behandlung von Staphylococcus-aureus-Blutstrominfektionen verbessern kann.
Das Wichtigste im Überblick
FOSFO-SNAP ist ein neuer Teil der internationalen SNAP-Studie. In der SNAP-Studie werden verschiedene Behandlungsmöglichkeiten für Blutstrominfektionen mit dem Bakterium Staphylococcus aureus untersucht. FOSFO-SNAP richtet sich an Patientinnen und Patienten, bei denen ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf besteht. Dazu gehören zum Beispiel tief im Körper liegende Infektionsherde oder infiziertes medizinisches Fremdmaterial, etwa Katheter oder Prothesen. In der Studie wird untersucht, ob eine zusätzliche Behandlung mit dem Antibiotikum Fosfomycin dazu beitragen kann, dass innerhalb von 90 Tagen nach der Infektion weniger Patienti:nnen versterben oder die Infektion seltener zurückkehrt. FOSFO-SNAP wird parallel zu weiteren Behandlungsmöglichkeiten im Rahmen der SNAP-Studie durchgeführt. Die Studie wurde in Deutschland entwickelt. Neben deutschen Studienzentren sollen voraussichtlich auch weitere internationale Zentren des SNAP-Netzwerks teilnehmen.
Derzeit wird die Studie vorbereitet. Dazu wird der genaue Ablauf der Studie festgelegt und die notwendigen Unterlagen für die Genehmigung erstellt. Eine besondere Herausforderung besteht darin, die Planung von FOSFO-SNAP mit den anderen Teilen der SNAP-Studie abzustimmen. Gleichzeitig müssen die Anforderungen und Vorgaben der internationalen SNAP-Studie berücksichtigt werden. So soll sichergestellt werden, dass die Studie in verschiedenen Ländern nach möglichst einheitlichen Regeln durchgeführt werden kann.
Bei FOSFO-SNAP Studie werden Patient:innen zufällig einer von zwei Behandlungsgruppen zugeteilt. Eine Gruppe erhält die übliche Behandlung, die andere erhält zusätzlich das Antibiotikum Fosfomycin. So kann verglichen werden, ob die zusätzliche Behandlung einen Vorteil bietet. Die Studie ist nicht verblindet. Das bedeutet, dass die behandelnden Ärztinnen und Ärzte sowie die teilnehmenden Patient:innen wissen, welche Behandlung durchgeführt wird. FOSFO-SNAP ist Teil der internationalen SNAP-Studie und soll an mehreren Studienzentren durchgeführt werden. Die internationale Studienkoordination befindet sich in Adelaide (Australien). Die Universität Utrecht (Niederlande) übernimmt die Funktion des Sponsors in der Europäischen Union. Das Universitätsklinikum Magdeburg koordiniert die SNAP-Studie in Deutschland, während das Universitätsklinikum Freiburg die FOSFO-SNAP-Studie leitet. Die teilnehmenden deutschen Studienzentren werden bei der Durchführung der Studie durch das Netzwerk Universitätsmedizin (NUM) unterstützt. Auch weitere internationale Studienzentren können teilnehmen, sofern die dafür notwendigen finanziellen Mittel zur Verfügung stehen. Während der Studie wird regelmäßig überprüft, wie gut die Behandlung wirkt. Anhand dieser Auswertungen wird entschieden, ob die Studie wie geplant weitergeführt werden soll oder ob bereits ausreichend deutlich ist, dass die zusätzliche Behandlung mit Fosfomycin einen Vorteil bietet oder keinen Nutzen zeigt.