Hackathon stärkt die Rekrutierungsinfrastruktur im NUM Studiennetzwerk

Mitglieder des Arbeitspakets 4 „Prescreening & Feasibility“ während des Hackathons an der Justus-Liebig-Universität Gießen.

Geeignete Patientinnen und Patienten für klinische Studien zu identifizieren ist für viele Studienzentren eine zeit- und ressourcenintensive Aufgabe. Um Studienzentren bei dieser Herausforderung besser zu unterstützen, entwickelt das Arbeitspaket 4 „Prescreening & Feasibility“ im NUM Studiennetzwerk eine gemeinsame Rekrutierungsinfrastruktur. Getragen wird das Arbeitspaket von Expertinnen und Experten für Medizinische Informatik des Instituts für Medizinische Informatik und Biometrie Dresden sowie des Datenintegrationszentrums Gießen, die ihre Kompetenzen für die Entwicklung einer standortübergreifenden Lösung bündeln. Ziel ist es, Studienteams bei der Identifikation potenziell geeigneter Studienteilnehmender zu unterstützen und Rekrutierungsprozesse effizienter, transparenter und nachvollziehbarer zu gestalten. Die entwickelte Rekrutierungsunterstützungssoftware soll dabei helfen, den manuellen Suchaufwand zu reduzieren, Studienziele schneller zu erreichen und eine einheitliche sowie reproduzierbare Anwendung von Rekrutierungskriterien zu ermöglichen, während die medizinische Bewertung und Entscheidung weiterhin vollständig in der Verantwortung der behandelnden Teams bleibt.

Im Rahmen eines mehrtägigen Hackathons an der Justus-Liebig-Universität Gießen arbeitete das AP4-Team an der Weiterentwicklung dieser Infrastruktur. Ziel war es, Fachnetzwerke und Studienzentren künftig noch besser bei der standortübergreifenden Rekrutierung zu unterstützen und Prozesse für multizentrische Studien effizienter zu gestalten.

Ein Schwerpunkt des Treffens war die Weiterentwicklung der Systemarchitektur hin zu einer modularen Plattform mit offenen Schnittstellen. Dadurch können einzelne Komponenten künftig flexibel erweitert oder an lokale Anforderungen angepasst werden. Für die Community des NUM Studiennetzwerks schafft dies die Grundlage, neue Fachnetzwerke, Studien und Standorte einfacher einzubinden und gleichzeitig von gemeinsamen technischen Lösungen zu profitieren.

Darüber hinaus wurden Konzepte für die Anbindung an die Datenintegrationszentren weiter ausgearbeitet. Diese Integration ist ein wichtiger Schritt, um die Rekrutierungsinfrastruktur perspektivisch an den NUM-Standorten bereitzustellen und nachhaltig zu betreiben.

Die beim Hackathon entwickelten Prototypen zeigen bereits, wie eine skalierbare und zukunftsfähige Rekrutierungsplattform für das NUM Studiennetzwerk aussehen kann. Damit leistet das AP4 „Prescreening & Feasibility“ einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der klinischen Forschung sowie zur Durchführung klinischer und klinisch-epidemiologischer Studien im NUM.

Die im Hackathon entstandenen Konzepte wurden anschließend in einem Strategieworkshop zusammengeführt, priorisiert und hinsichtlich ihrer Umsetzung bewertet. Auf dieser Grundlage definierte das Team die nächsten Entwicklungsschritte, um den Ausbau der Rekrutierungsinfrastruktur im NUM Studiennetzwerk zielgerichtet voranzutreiben.