MuSE - Monitoring- und Surveillance-Einheit
Zentrale Aufgabe der Monitoring- und Surveillance-Einheit (MuSE) ist die frühzeitige Erkennung von Häufungen bzw. Ausbrüchen übertragbarer Krankheiten, neuen Erregern oder Krankheitsbildern sowie regionalen Besonderheiten. Die Infektionsepidemiologie, einschließlich der Analyse von Risikofaktoren, Qualitätsmonitoring, Monitoring von Ressourcen und Gesundheitsversorgung sowie die Inanspruchnahme der Gesundheitsversorgung stellen die zentralen Handlungsfelder von MuSE dar. Das Monitoring in MuSE ist ein kontinuierlicher Prozess, der die Bereitstellung von Basisdaten, die frühzeitige Erkennung von Veränderungen und das Monitoring der Auswirkungen vorhersehbarer Krisen (z.B. saisonale Infektionswellen, Hitzetage) und unvorhersehbarer Krisen (z.B. Pandemien) ermöglicht und somit die frühzeitige Vorbereitung evidenzbasierter Gegenmaßnahmen erlaubt. Die Daten werden Entscheidungsträgern sowohl auf lokaler Ebene (z.B. Krankenhausleitung) als auch auf überregionaler Ebene (z.B. VUD, Landes- und Bundesregierung sowie das Robert-Koch-Institut (RKI)) zur Verfügung gestellt.
Das RKI spielt eine zentrale Rolle bei der nationalen Gesundheitsüberwachung und Risikobewertung in Deutschland. MuSE unterstützt diese Schlüsselfunktion durch die Bereitstellung ergänzender, hochauflösender klinischer und betrieblicher Daten aus Universitätskliniken. Diese Daten erweitern und kontextualisieren bestehende nationale Überwachungsströme, stärken das Situationsbewusstsein, verbessern die analytische Tiefe und ermöglichen eine umfassendere und zeitnahe Bewertung von Gefahren für die öffentliche Gesundheit auf Bundesebene.
MuSE fungiert zudem als Sentinel-System, das detaillierte, standardisierte Infektionsdaten aus Universitätskliniken sammelt. Es überwacht Ausbrüche, nosokomiale Übertragungen und neu auftretende Krankheitserreger – einschließlich ungewöhnlicher Nachweise, wie z.B. Pseudomonas aeruginosa, Ralstonia pickettii, Aspergillus oder Influenza- und Noroviren – und erfasst gleichzeitig Risikofaktoren, saisonale Einflüsse sowie die Auswirkungen von Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung.
Im Rahmen von NUM-SAR ist das Modul MuSE mit anderen ergänzenden Modulen verknüpft, die sich auf schnelle Datenintegration und prädiktive Modellierung konzentrieren. Diese Vernetzung ermöglicht den kontinuierlichen Austausch harmonisierter Datenströme, Analyseergebnisse und Lagebeurteilungen zwischen den Modulen und fördert einen koordinierten Ansatz für Pandemie-Surveillance, Frühwarnung und die Resilienz des Gesundheitssystems. Durch die systematische Verknüpfung von Surveillance, prädiktiver Analytik und operativen Reaktionsstrukturen ermöglicht NUM-SAR den Universitätskliniken, bei sich entwickelnden Gesundheitskrisen harmonisiert und zeitnah zu reagieren und zu handeln.