PAKOP - Pathogenkompetenz-Plattform
Die Pathogenkompetenz-Plattform (PAKOP) stärkt die Erforschung und Diagnostik unterschiedlicher Virusgruppen und hält in ihrem Labornetzwerk die Fähigkeit vor, neue Erreger frühzeitig zu erkennen und einzuordnen. PAKOP vereint die gesammelte fachliche und materielle Kapazität der universitären Virologie- und Mikrobiologie-Institute und initiiert im Pandemiefall eine sofortige fachliche Reaktion (Antizipation/Expertise, Testentwicklung, Forschungsunterstützung).
Ansprechpersonen
Sprecher:innen der PAKOP sind Prof. Dr. Christian Drosten (Charité) und Prof. Dr. Sandra Ciesek (Frankfurt). Die Koordination übernehmen Dr. Kim Heimsch (Charité) und Dr. Loraine Busetto (Frankfurt).
PAKOP setzt sich aus den folgenden drei Modulen zusammen:
BERATUNG - Virologischer Expert:innenrat
Der Virologische Expert:innenrat setzt sich aus den Vertreter:innen der folgenden Bereiche bzw. Organe zusammen: PAKOP Koordinator:innen, Präsident:in und Vizepräsident:in der GfV, Leitung eines universitären BSL-4-Labors und Vertretung des RKI. Somit werden die für die Arbeit relevanten Bereiche integriert und können Doppelstrukturen vermieden werden. Die Aufgabenbereiche des Expert:innenrats umfassen Folgendes:
- Es finden halbjährliche Treffen statt, in denen aktuelle Lageeinschätzungen zu aufkommenden und zoonotischen viralen Erregern vorgenommen werden.
- Es erfolgt eine Vermittlung zwischen dem Robert Koch-Institut und der Fachgemeinschaft der akademisch-virologischen Labore im Netzwerk Universitätsmedizin.
- Im Pandemie- oder Ausbruchsfall werden Vertreter:innen des jeweiligen Nationalen Referenzzentrums beziehungsweise Konsiliarlabors sowie NUM-Wissenschaftler:innen mit pathogenspezifischer Expertise hinzugezogen.
LABOR - Netzwerk Expert:innenlabore
Im Netzwerk Expert:innenlabore vernetzen sich 23 universitätsmedizinische Virologielabore, die jeweils eine virusspezifische Spezialisierung vorhalten und in das Netzwerk einbringen können. Im Falle einer Pandemie bildet das Netzwerk die Grundlage für eine schnelle labordiagnostische Reaktion sowie für sofortige technische Anpassungen von Standardverfahren an neue Erreger. Die beteiligten Labore halten spezifische Reagenzien zur Genomsequenzierung vor sowie Zellkulturmethoden zur Pathogencharakterisierung. Sie führen erste Immunfluoreszenz-Assays, Antikörpertests und Neutralisationstests durch, die im ersten zeitlichen Abschnitt einer Pandemie von essentieller Bedeutung sind. Ziel ist eine fundierte Ersteinschätzung wesentlicher Krankheitseigenschaften wie Virusausscheidungskinetik, Infektiositätsdauer und Antikörperbildung, um eine effektive medizinische und epidemiologische Reaktion zu ermöglichen.
Drei der Expert:innenlabore
haben eine spezielle Funktion im Netzwerk:
Berlin – Testentwicklung & Testimplementierung
- Frühpandemische Testentwicklung, Abstimmung mit Experten-/Referenzlaboren, nicht-infektiöses Kontrollmaterial, Implementierungs- EQA
- Frühevaluation von Diagnostiktests im Rahmen des Netzwerks
Frankfurt – Klinisch-virologische Propädeutik
- Umfangreiche Virusplattform mit derzeit über 300 Virusisolaten aus 17 verschiedenen Virusfamilien, unter qualitätsgesicherten Prozess. Virusbank ist über die PAKOP allen Expertenlaboren zugänglich.
Hamburg – Testautomatisierung
- Etablierung der im Netzwerk implementierten Tests speziell auf PCR-Großgeräten
KOORDINATION
Die Koordinationsstelle fungiert als zentrale Kontaktstelle von PAKOP. Sie koordiniert die Arbeit des Netzwerks der Expertenlabore sowie die Aktivitäten des virologischen Expertenrats. Im Pandemiefall sind sofort alle relevanten Kontakte bekannt, und sämtliche Kommunikationskanäle sind erprobt und eingespielt. Die Koordinationsstelle übernimmt die Bearbeitung und Vermittlung externer und interner Anfragen, beispielsweise aus Politik, Öffentlichkeit, Fachkreisen oder dem Netzwerk Universitätsmedizin. Zudem stellt sie die Zusammenarbeit mit externen Institutionen sicher, unter anderem mit dem Deutschen Zentrum für Infektionsforschung, dem Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, dem Robert Koch-Institut sowie europäischen Einrichtungen wie HERA und dem ECDC.