NUM Dashboard

Das NUM-Dashboard gewährt einen Blick in die Zukunft der standortübergreifenden technologischen Zusammenarbeit im Dienste von Patient:innenversorgung und Forschung. Es demonstriert die Möglichkeit, medizinische Daten aus verschiedenen Krankenhausinformationssystemen beteiligter Universitätsklinika nahezu in Echtzeit zusammenzuführen und unter Einhaltung höchster Datenschutzanforderungen zu präsentieren.

Als bundesweite Informationsquelle dient das NUM-Dashboard sowohl dem Klinikpersonal als auch politischen Entscheidern, Forschenden und der Öffentlichkeit und gibt einen Überblick über die Versorgungs-, Ressourcen- und Kapazitätssituation der deutschen Universitätsmedizin. Die Möglichkeit der schnellen und breiten Informationsgewinnung und -aufbereitung ist gerade in Pandemiesituationen essentiell, um informierte Entscheidungen, z.B. zu Ressourcenplanung oder politischen Maßnahmen, treffen zu können. Auch kleinere saisonale Infektionswellen und deren Entwicklung sollen besser eingeschätzt und auch vorhergesagt werden können, um die Möglichkeit zur Vorbereitung gezielter zu eröffnen und nutzbar zu machen.

Seinen Ursprung hat das jetzige NUM-Dashboard als UKB-internes Dashboard im März 2020. Darauf folgte der Ausbau zum standortübergreifenden Dashboard im SMITH-Konsortium. Im NUM CODEX-Projekt wurde das Dashboard-Frontend dann neugebaut sowie der Interoperabilitätsstandard der Medizininformatikinitiative (MII) in die Entwicklung integriert. Aktuell befindet sich das Dashboard als Teil von NUM-SAR in der dritten NUM-Förderphase und treibt mit der angestrebten inhaltlichen Weiterentwicklung in enger Zusammenarbeit mit den Modulen PAKOP, MuSE, GenSurv und ESVE sowie externer Fachexpertise sowohl inhaltliche Erweiterungen als auch die fortschreitende Professionalisierung des Entwicklungsprozesses voran, um einen Beitrag zur strategischen Resilienz des Gesundheitssystems in Pandemie- und Krisenzeiten zu leisten.

Fundamental für das Dashboard ist die „Privacy by Design“ - Architektur, die flexible föderierte und echtzeitnahe Analysen erlaubt. Die Verarbeitung der Daten aus dem jeweiligen Krankenhausinformationssystem erfolgt dezentral am Ort und im jeweiligen Datenintegrationszentrum (NUM-DIZ). Die vorgenommene Datenaggregation sowie die zusätzliche Entkopplung aller Merkmalsachsen produziert noch vor Ort einen anonymen Datensatz, welcher an die Dashboard-Zentralinstanz übermittelt wird.

Aktuell werden Infektions- und Versorgungsdaten zu COVID, Influenza und RSV dargestellt. Weiterhin wird die Rubrik zu Pädiatrie und Kinder- und Jugendpsychiatrie kontinuierlich erweitert, um dem Auftrag des Monitorings der Versorgungssituation der Kinder und Jugendlichen als besonders schützenswerten Teil der Gesellschaft gerecht zu werden. Darüber hinaus werden auch projektbezogene Informationen, z.B. zu Studieneinschlüssen, in gesonderten Bereichen dargestellt, welche zur zentralen Übersicht und Statusinformation dienen sollen.

Das NUM Dashboard befindet sich kontinuierlich in der Weiterentwicklung. Die zugrundeliegende Datensatzbeschreibung sowie die Visualisierung werden regelmäßig an - insbesondere auch in der interdisziplinären Zusammenarbeit mit Wissenschaftler:innen unterschiedlicher Fachbereiche und den zuständigen Bundesbehörden in NUM-SAR - identifizierte Bedarfe angepasst.