AKTIN: Routinedaten für die Forschung in der Akut-, Intensiv- und Notfallmedizin
AKTIN ist eine föderierte technische und organisatorische Infrastruktur, die standardisierte klinische Daten aus Notaufnahmen und perspektivisch tagesaktuell und bundesweit erschließt – automatisiert, dezentral, datenschutzkonform und unabhängig von einzelnen IT-Systemen. Wir stellen Daten aus der Patientenversorgung für Forschung und Public Health Surveillance bereit.
Neue Fälle jährlich eingeschlossen
Teilnehmende Notaufnahmen
Peer Review Veröffentlichungen
Die Besonderheit: die Daten verbleiben in der jeweiligen Klinik und unter deren Kontrolle.
Datenauswertungen erfolgen nur nach unabhängiger Prüfung und zweckgebundener Freigabe in einer gesicherten Umgebung, dem AKTIN Trusten Data Analytics Center. Es werden ausschließlich aggregierte Ergebnisse ausgegeben, die Anonymität der Patienten bleibt gewährleistet.
AKTIN wurde seit 2015 systematisch aufgebaut – mit Fokus auf Interoperabilität und langfristige Stabilität. Die Infrastruktur folgt dabei den internationalen FAIR-Prinzipien (Findable, Accessible, Interoperable, Reusable):
- Findable (Auffindbar): Alle Daten und Metadaten sind strukturiert und durchsuchbar
- Accessible (Zugänglich): Standardisierte Schnittstellen ermöglichen sichere, kontrollierte Datennutzung
- Interoperabel: Offene Standards (HL7-CDA, FHIR) gewährleisten Austauschbarkeit mit anderen Systemen
- Reusable (Wiederverwendbar): Daten sind dokumentiert und für Sekundärnutzung qualifiziert
AKTIN wurde bis 2019 durch eine BMBF-Förderung aufgebaut und ist seit 2020 integraler Teil des Netzwerk Universitätsmedizin (NUM).
AKTIN ist eine etablierte, verlässliche Infrastruktur die Sicherheit mit Nutzbarkeit verbindet.
Wir ermöglichen drei zentrale Dinge:
Zugang zu strukturierten, validierten Behandlungsdaten nach dem DIVI-Standard aus Notaufnahmen und perspektivisch Intensivstationen über NUM-RAPID. Dies ermöglicht evidenzbasierte multizentrische Versorgungsforschung.
Die COVID-19-Pandemie hat es gezeigt: AKTIN liefert dem RKI und BMG seit 2020 täglich aktuelle Daten zu Patientenzahlen, Symptomen, Diagnosen und Aufenthaltsdauer als Basis für syndromische Surveillance in Notaufnahmen und die Darstellung der Auslastung von Notaufnahmen im Infektionsradar.
Kliniken erhalten Benchmarking-Berichte aus dem Notaufnahmeregister: Wie schnell sind Ihre Prozesse? Wie vergleichen Sie sich zu ähnlichen Häusern? Wo gibt es Optimierungspotenzial? Gleichzeitig helfen uns diese Berichte die Datenqualität der Routinedaten zu überwachen.
Wer steht dahinter?
Die zentralen AKTIN Komponenten für die Notaufnahmen werden von zwei Standorten betrieben:
Uniklinik RWTH Aachen, Institut für Medizinische Informatik: Technische Entwicklung und Betrieb, IT-Support, Datenschutz
Universitätsmedizin Magdeburg: Administration, Community Management und Datenauswertung
Beide Standorte arbeiten eng zusammen mit Notaufnahmeleitungen, Forscher:innen, medizinischen Fachgesellschaften (DIVI, DGINA) und Bundesbehörden (RKI, BMG) zusammen.
Vision
Optimale Transsektorale Patientenversorgung in der Akut-, Notfall- und Intensivmedizin durch Smart Data.
Mission
Wir ermöglichen Versorgungsforschung, Surveillance, Qualitätsmanagement und Benchmarking durch effiziente und qualitätsgesicherte Nutzung digitaler Routinedaten aus der Akut-, Notfall- und Intensivversorgung.
Die Basis unserer interprofessionellen Zusammenarbeit bilden Innovation, Wissenschaftlichkeit und Vertrauenswürdigkeit.