Zum Tag der Notfallmedizin: AKTIN – kurz erklärt

Heute, am 27. Mai, wird der Europäische Tag der Notfallmedizin begangen – eingeführt, um die Relevanz der Notfallversorgung in Europa stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken, über Erste-Hilfe-Maßnahmen zu informieren und die Arbeit von Rettungsdiensten sowie Notaufnahmen anzuerkennen und zu würdigen.

Das möchten wir zum Anlass nehmen, AKTIN vorzustellen, die NUM-Plattform für Akut-, Intensiv- und Notfallmedizin.

AKTIN verfolgt vor allem zwei Ziele:

💡 Alle Versorgungsdaten aus den Notaufnahmen und Intensivstationen der Universitätskliniken, weiterer Krankenhäuser und perspektivisch der gesamten Rettungskette sollen schneller für Forschung und Berichterstattung verfügbar sein, in der Regel tagesaktuell.

💡 Die Versorgungsqualität in den Notaufnahmen sowie in der Akut- und Notfallmedizin soll verbessert werden – über neue Standards beispielsweise in der Dokumentation und indem die gebündelten Erfahrungen der deutschen Unimedizin dazu genutzt werden, Abläufe in der Behandlung zu optimieren und zu beschleunigen („Benchmarking“).

Und wie profitieren Patient:innen davon?

  1. Bessere Versorgung vor Ort: In Notfällen zählt jede Minute. Schnelles und gezieltes Handeln kann entscheidend für den weiteren Verlauf und die Genesung der Patient:innen sein.
    → Indem die Voraussetzungen für die Etablierung effizienterer, besser abgestimmter Prozesse geschaffen werden, hilft AKTIN dabei, dass mehr Patient:innen schneller die richtige Behandlung erhalten.
     
  2. Schnellere Reaktion im Krisenfall: Die COVID-19-Pandemie hat gezeigt, wie wichtig es gerade bei vielen gleichzeitig Erkrankten ist, nicht den Überblick über die Ausbreitung der Erreger und die aktuelle Kapazität des Gesundheitssystems zu verlieren.
    → AKTIN liefert dem Robert Koch-Institut (RKI) und dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) seit 2020 täglich aktuelle Daten zu Patient:innenzahlen, Symptomen, Diagnosen, Aufenthaltsdauer und zur Auslastung von Notaufnahmen.
     
  3. Sichere Forschung: Welche Therapie passt für wen in welcher Situation? Welche Risiken müssen abgewogen werden? Ohne Forschung ist kein medizinischer Fortschritt möglich.
    → AKTIN ermöglicht Forschenden und Institutionen der Öffentlichen Gesundheit tagesaktuell Zugang zu bundesweiten und standardisierten Daten der Akut-, Notfall- und Intensivmedizin.

Die Besonderheit:
Das Netzwerk ist dezentral organisiert. Das heißt, die Daten verbleiben in der jeweiligen Klinik und unter deren Kontrolle. Datenauswertungen erfolgen nur nach unabhängiger Prüfung und zweckgebundener Freigabe in einer gesicherten Umgebung, also 100% datenschutzkonform.

AKTIN in Zahlen

  • 2.497.558 neue Fälle wurde im Jahr 2025 eingeschlossen´
     
    • 2.394.121 Fällewurden in einer Zentralen Notaufnahme registriert.Davon wurden 28,9 % der Patient:innen stationär aufgenommen. Der häufigste Vorstellungsgrund? Schmerzen der Extremitäten.
    • 103.437 Fälle wurden in einer Kindernotaufnahme registriert. Davon wurden 22,8 % aller Patient:innen stationär aufgenommen. Der häufigste Vorstellungsgrund? Fieber.

      → Weitere Informationen finden Sie in den Abbildungen.
       
  • 102 Notaufnahmen sind an die AKTIN-Infrastruktur angeschlossen, 75 stellen Daten für Forschungszwecke bereit
  • 42 Peer Review Veröffentlichungen hat die Plattform bereits hervorgebracht
     

Kurz gesagt: AKTIN sorgt dafür, dass Ärzt:innen im Notfall die besten Entscheidungen schneller treffen können – und Patient:innen so besser, sicherer und wirksamer behandelt werden.

Mehr Infos zu AKTIN:

zur neuen Subwebsite