Neue Forschungsprojekte im NUM erfolgreich gestartet

Im Februar starteten 17 neue Forschungsprojekte sowie zwei neue Fachnetzwerke im NUM Studiennetzwerk. Die Projekte wurden im Sommer 2024 in einem Themenraumverfahren ausgearbeitet. Das Besondere: Die Projekte sollen neben der Beantwortung wissenschaftlicher Fragestellungen auch die Forschungsinfrastrukturen im NUM als Anwendungsfälle testen und weiterentwickeln. 

Das Themenraumverfahren 2024 wurde innerhalb von sechs Themenräumen durchgeführt. Jeder davon hatte den Fokus eine der Forschungsinfrastrukturen des NUM weiterzuentwickeln. Forschende an allen NUM-Standorten konnten Abstracts einreichen und gemeinsam Projektideen in den Themenräumen ausarbeiten. Benannte Wahlpersonen an jedem Standort stimmten anschließend über die Projektideen ab. Diese wurden wiederum in den Themenräumen zu Projektskizzen ausgearbeitet. Die wissenschaftliche Begutachtung durch unabhängige internationale Gutachter:innen führte zur Förderung von insgesamt 20 standortübergreifenden Projekten:

Themenraum 1 – Weiterentwicklung der NUM-Forschungsinfrastrukturen: Das Projekt ENRICH – Extending NUM Research Infrastructures through Collaboration and Harmonization stärkt die Sichtbarkeit, Zugänglichkeit und Verzahnung der Forschungsinfrastrukturen im NUM. Kernstück ist ein zentrales NUM-Datenportal (DATAPORTAL4NUM) mit einem sogenannten „Knowledge Graph“, das Metadaten, Verfügbarkeiten und Machbarkeitsabfragen über mehrere NUM-Forschungsinfrastrukturen hinweg bündelt und so einen harmonisierten Zugang zu klinischen, bildgebenden, OMICs-, Pathologie-, Register- und mHealth-Daten ermöglicht. Durch standardisierte Prozesse, föderierte Datenhaltung und interoperable Schnittstellen (u. a. FHIR) schafft ENRICH nachhaltige, skalierbare und rechtssichere Rahmenbedingungen für die standortübergreifende Datennutzung.

Themenraum 2 - neue Fachnetzwerke im NUM-Studiennetzwerk: Die neuen Fachnetzwerke Intensivmedizin (SN CritCare) und Schlaganfall (SN Stroke) sind erfolgreich gestartet. Gemeinsam mit dem Fachnetzwerk Infektionen (SNID) gibt es somit nun drei Fachnetzwerke im NUM, die sich in das NUM Studiennetzwerk eingliedern. 

Themenraum 3 – neue Studien für das Fachnetzwerk Infektionen: Sechs neue klinische und klinisch-epidemiologische Studien im Bereich der Infektionsmedizin sind erfolgreich gestartet (CanTEN, ELAPSE, FOSFO-SNAP, PENGUIN, PREVENT, sWITCH-VO). Neben der Untersuchung wichtiger wissenschaftlicher Fragestellungen testen diese sechs Studien die im NUM Studiennetzwerk und im Fachnetzwerk Infektionen aufgebauten Infrastrukturen und Prozesse, zum Beispiel für die Rekrutierung von Studienteilnehmer:innen. 

Themenraum 4 – Register: Die neuen Register NUM4Rare und RAPID sind erfolgreich gestartet und bauen umfassende Registerinfrastrukturen im Bereich seltener Erkrankungen und klinischer Routinedaten aus der Intensivmedizin auf. Studien dienen auch als Pilotprojekte zur Abbildung von Registern im NUM. Weiterhin haben diese Forschungsprojekte viele Schnittstellen zu etablierten NUM-Forschungsinfrastrukturen wie AKTIN und NUM-DIZ, NUM-SAR, dem Projekt ENRICH, NUKLEUS und NUM-MB. 

Themenraum 5 – Anwendungsfälle NATON: Das Projekt eLEVATE ist als neuer Use Case der NUM-Plattform für Obduktionen und Pathologie (NATON) gestartet. eLEVATE setzt gezielt auf die Nutzung und Erweiterung der spezifischen Funktionalitäten der NATON-Datenplattform zur Bearbeitung potenziell praxisverändernder wissenschaftlicher Fragestellungen. Dabei werden sowohl retrospektive als auch prospektive, datengestützte Module implementiert, die auf postmortaler Diagnostik beruhen. Das Projekt wird zur systematischen Sammlung zusätzlicher Obduktionsdaten beitragen und damit die Datenbasis der NATON-Plattform substanziell erweitern.

Themenraum 6 - Anwendungsfälle RACOON: Sieben weitere Use-Cases sind gestartet, um die RACOON Infrastruktur, der NUM-Plattform für Bildgebungsdaten, weiterzuentwickeln. Dazu zählen RACOON-LCS, RACOON-PROSTAIT, RACOON-INCLUDED, RACOON-MARDER, RACOON-COMPARE, RACOON AI Brain Tumor und RACOON-PAIN.

Die Daten und Bioproben, die in den Projekten erhoben werden, werden anschließend im NUM zur Nachnutzung für die Beantwortung weiterer Forschungsfragen zur Verfügung gestellt. Aktuell können akademisch Forschende die im NUM gesammelten Daten über die Antragsverfahren der jeweiligen NUM-Forschungsinfrastrukturen beantragen.

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