Der Internationale Frauentag am 8. März macht jedes Jahr darauf aufmerksam, wie wichtig Gleichberechtigung und Vielfalt in allen gesellschaftlichen Bereichen sind – auch in der Wissenschaft. Obwohl Frauen heute selbstverständlich forschen, lehren und Innovationen vorantreiben, sind sie in vielen wissenschaftlichen Disziplinen noch immer unterrepräsentiert, insbesondere in leitenden Positionen. Dabei sind ihre Perspektiven und Ideen für den wissenschaftlichen Fortschritt unverzichtbar.
Zum Weltfrauentag stellen wir fünf junge Wissenschaftlerinnen vor, die alle in der NUM-Plattform für Bildgebungsdaten – RACOON – vernetzt zusammenarbeiten.
PD Dr. Judith Herrmann von der Uniklinik Tübingen ist seit Juli Teil des vierköpfigen Koordinationsteams der NUM-Plattform für Bildgebungsdaten, RACOON (Radiological Cooperative Network). Gemeinsam mit klinischen und technischen Partner:innen arbeitet sie daran, eine standortübergreifende benutzerfreundliche Forschungsinfrastruktur weiter auszubauen, die multizentrische bildbasierte Forschung effizient, standardisiert und nachhaltig ermöglicht.
Sie leitet den Bereich Berichtswesen, jenen scheinbar trockenen, aber unverzichtbaren Motor, der ein komplexes Projekt wie RACOON strukturiert. Besonders am Herzen liegen ihr „Community & Outreach“. Transparenz zu schaffen, Menschen zu vernetzen, gemeinsame Aktivitäten sichtbar zu machen, sind Themen, die sie mit viel Engagement vorantreibt. Für Judith lebt RACOON vom Austausch und davon, unterschiedliche Expertisen produktiv zusammenzubringen. So entstehen aus innovativen Ideen klinisch relevante und methodisch robuste Forschungsansätze. Im Koordinationsteam möchte sie RACOON strategisch wie organisatorisch weiterentwickeln und damit die Grundlage für exzellente multizentrische Forschung weiter stärken. Das klare Ziel dabei ist, die Patient:innenversorgung langfristig evidenzbasiert zu verbessern.
Und wenn sie gerade keine Netzwerke knüpft, tauscht sie Meetings gegen Laufschuhe oder Rennrad und feilt anstatt an komplexer Infrastruktur am perfekten Mahlgrad für ihren Kaffee. Denn eines haben Forschung und Esspressoextraktion gemeinsam: Am Ende zählt die Qualität.
Meike Theis ist seit Mitte 2023 Standortinformatikerin (Computer Scientist) am Universitätsklinikum Bonn und kürzlich zudem Sprecherin der Standortinformatiker:innen geworden – eine Rolle, die sie noch tiefer in das RACOON-Netzwerk eintauchen lässt. Mit großer Freude gestaltet sie die enge Zusammenarbeit mit der Koordination sowie den technischen Partner:innen mit. Ihr aktueller Schwerpunkt liegt auf dem Subprojekt RACOON-DOSE, in dem sie untersucht, wie individuelle Untersuchungsbedingungen und Eigenschaften der Patient:innen – etwa der Körperbau oder die Lagerung während der Untersuchung – die Strahlendosis bei CT-Untersuchungen beeinflussen. Ziel ist es, die Effizienz des gesetzlich vorgeschriebenen Dosismonitorings nachhaltig zu steigern und gleichzeitig Forschung mit aussagekräftigen Ergebnissen zu ermöglichen.
Besonders motiviert sie der fachübergreifende Austausch innerhalb des Netzwerks: Für Maike ist ein starkes Netzwerk die essenzielle Grundlage, um radiologische Studien mit klinischer Relevanz agil und erfolgreich umzusetzen. Als Teil der RACOON-Community treibt sie die Weiterentwicklung der digitalen Infrastruktur voran und trägt so dazu bei, die radiologische Forschung zukunftsfähig zu gestalten.
Nach Feierabend tauscht sie den Bildschirm gegen Gartenschuhe oder ein gutes Buch. Zwischen ihren Beeten und ihrer neuen Hühnerschar findet sie den perfekten Ausgleich zur Welt der Daten und Algorithmen.
Dr. Bianca Lassen-Schmidt ist Projektleiterin für RACOON am Fraunhofer-Institut für Digitale Medizin MEVIS – und das von Beginn an: Seit Phase 0 begleitet sie das Netzwerk mit großer fachlicher Expertise und persönlichem Engagement. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt in der Lungenbildanalyse, weshalb sie sich 2020, als COVID-19 im Fokus des NUM stand, mit voller Überzeugung in RACOON eingebracht hat. Studiert hat sie Informatik in Bremen, promoviert wurde sie in Nijmegen im Bereich der medizinischen Bildanalyse. Heute ist sie zudem Mitglied im Vorstand der AG Informationstechnologie der Deutsche Röntgengesellschaft und treibt dort die digitale Weiterentwicklung der Radiologie voran. An RACOON schätzt sie besonders die Verbindung von Unikliniken und damit von klugen Köpfen, die so forschungsbegeistert sind wie sie selbst. Für sie bündelt das Netzwerk Energie, bringt unterschiedliche Perspektiven zusammen und verwandelt Ideen in konkrete Projekte. Genau diese interdisziplinäre Zusammenarbeit mit engagierten Menschen begeistert sie an ihrer Arbeit.
Auch außerhalb der Forschung bleibt sie in Bewegung: Sie liebt Improtheater und Yoga und hat sich als Jahres-Challenge vorgenommen, den Handstand zu lernen. Und wer mit ihr telefoniert, kann sicher sein: Das Gespräch findet oft statt, während sie auf ihrem Walking Pad unterwegs ist.
Bereits seit der zweiten Förderphase ist Univ.-Prof.in Dr. med. Dipl. journ. Diane Renz in RACOON aktiv und gestaltet damit die Arbeit des NUM maßgeblich mit. Als Leiterin des Arbeitsbereichs Kinderradiologie an der Medizinische Hochschule Hannover (MHH) bringt sie ihre Expertise in zahlreichen Projekten ein: Zunächst war sie am Projekt RACOON-COMBINE beteiligt, bevor sie als eine der beiden Principal Investigators (PIs) die Leitung des multizentrischen RACOON-RESCUE übernahm. In diesem Vorhaben entstand der erste multimodale Datensatz pädiatrischer Patient:innen mit Non-Hodgkin-Lymphom (NHL) in Zusammenarbeit mit dem Register NHL-BFM (Berlin-Frankfurt-Münster) und 28 NUM-Standorten – ein wichtiger Meilenstein für die Forschung in diesem Bereich. Dieser Erfolg wird nun mit RACOON-INCLUDED fortgeführt: Prof.in Renz übernimmt erneut die Rolle einer PI. Gemeinsam mit der ALL-BFM-Studiengruppe werden hier pulmonale Komplikationen und Schädigungen der Knochen als unerwünschte Nebenwirkungen der Therapie bei Kindern mit akuter lymphoblastischer Leukämie untersucht.
Unterstützt wird sie dabei von Dr. rer. nat. Ann-Katrin Heymann, die seit RACOON-RESCUE die Studienkoordination und das Projektmanagement an der MHH verantwortet und auch bei RACOON-INCLUDED die Kommunikation mit den Standorten sowie die organisatorischen Abläufe begleitet.
Für Prof.in Renz und ihr Team markiert RACOON-INCLUDED einen weiteren wichtigen Schritt innerhalb der gemeinsamen Forschungsaktivitäten im NUM- und RACOON-Netzwerk. Alle Beteiligten freuen sich auf spannende Ergebnisse und eine rege Zusammenarbeit mit den Standorten.



