Fachnetzwerk Infektionen

Das Fachnetzwerk Infektionen unterstützt klinische und klinisch-epidemiologische Studien im Bereich der Infektionsmedizin, um diese schneller und effektiver durchzuführen. Dies ermöglicht zum einen wissenschaftlich fundierte Entscheidungen in der medizinischen Versorgung und neue therapeutische Ansätze, was unmittelbar den Patient:innen zu Gute kommt. Zum anderen wird auch die klinische Forschungslandschaft in Deutschland langfristig gestärkt.

Das Fachnetzwerk Infektionen baut auf den etablierten Strukturen des Nationalen Pandemie Kohorten Netzes (NAPKON) und der NUM Klinischen Epidemiologie- und Studienplattform (NUKLEUS) auf. Durch die enge Zusammenarbeit mit universitären Einrichtungen, Forschungsnetzwerken und Wissenschaftler:innen werden studienrelevante Prozesse in der Infektionsforschung weiter standardisiert und automatisiert. Außerdem werden zentrale Plattformen für automatisierte Machbarkeitsanalysen und Patient:innenscreenings so ausgebaut, dass sie typische Abfragen aus dem Bereich der Infektionskrankheiten berücksichtigen.

Aktuell beteiligen sich 26 deutsche Universitätskliniken am Fachnetzwerk Infektionen, es kommen stetig neue Standorte hinzu. Die Mitgliedschaft im Fachnetzwerk ist in einem dreistufigen Partizipationsmodell möglich.

Module und Querschnittsbereiche

Das Fachnetzwerk Infektionen rekrutiert an seinen Standorten stetig Patient:innen in seine Basiskohorte. Dies geschieht im Rahmen eines nicht-interventionellen übergreifenden Master-Studienprotokolls, das verschiedene Infektionsbereiche unter einem einheitlichen Studiendesign bündelt. Die Rekrutierungsstrategie erstreckt sich über fünf Themenbereiche, sogenannte Module:

  • Respiratorische Infektionen
  • Blutstrominfektionen
  • Gastrointestinale Infektionen
  • Neue Infektionen
  • Infektionen des Zentralnervensystems

Darüber hinaus sind Querschnittsbereiche zu Infektionen bei Immunsuppression sowie zu Infektionen in der Notfall- und Intensivmedizin integriert. Die gezielte und dynamische Priorisierung bestimmter Erreger und Krankheitsbilder aus diesen Bereichen kann bei Bedarf durch einen Beschluss des zuständigen Lenkungsausschusses des Fachnetzwerks Infektionen erfolgen. Dies ermöglicht die schnelle Reaktion auf aktuelles Infektionsgeschehen, was einen wichtigen Beitrag zur Pandemiebereitschaft leistet.

Modul oder QuerschnittsbereichVerantwortliche:rVerantwortliche:r
Respiratorische Infektionen Martin Witzenrath Corinna Pietsch
Blutstrominfektionen Axel Hamprecht Frank Hanses
Gastrointestinale Infektionen Christoph Lübbert Axel Hamprecht
Neue Infektionen Claudia Denkinger Christoph Lübbert
ZNS-Infektionen Corinna Pietsch Marcus Panning
Infektionen bei Immunsuppression Jan Heyckendorf Elham Khatamzas
Infektionen in der Notfall- und Intensivmedizin Frank Hanses Martin Witzenrath

Gesammelte Daten und Bioproben

Das Fachnetzwerk Infektionen stellt standardisierte klinische Daten und qualitativ hochwertige Bioproben für Forschungsprojekte bereit, die aus der Rekrutierung in die Basiskohorte über die fünf Module hinweg stammen.

Klinische Daten: Erfasst wird ein Basisdatensatz von Laborwerten, Diagnosen und Symptomen über Vitalparameter bis hin zu Erregernachweisen und Resistenzen.

Bioproben: Das Kernset der prospektiv gesammelten Bioproben umfasst Erreger- und Blutproben. Je nach Modul kommen weitere Materialien hinzu, beispielsweise Liquor, Stuhl oder respiratorische Abstriche.

Weitere Informationen über die gesammelten Daten und Bioproben:

Die Daten und Bioproben des Fachnetzwerks Infektionen stehen allen Wissenschaftler:innen nach Antragsprüfung über ein Use-and-Access-Verfahren zur Verfügung. Der Zugangsweg über NUKLEUS befindet sich aktuell in Ausarbeitung, sobald dieser verfügbar ist, wirst du hier informiert.

Wenn du an einer Studie des Fachnetzwerks Infektionen teilnimmst, werden die oben genannten klinischen Daten im Rahmen deiner regulären Behandlung strukturiert erfasst und pseudonymisiert gespeichert. Auch deine Bioproben werden lediglich in diesem Rahmen gesammelt. Es werden keine zusätzlichen Eingriffe oder Entnahmen vorgenommen.

Deine Daten und Bioproben werden ausschließlich für wissenschaftliche Zwecke verwendet, und das nur nach eingehender Antragsprüfung. Du kannst deine Einwilligung jederzeit widerrufen.