Neu im GBN-Vorstand: 5 Fragen an Dr. Ronny Baber 

Mit der Erweiterung des Vorstands stellt sich das German Biobank Network (GBN) breiter auf. Neu im Gremium ist Dr. Ronny Baber, der den Partnerstandort Leipzig Medical Biobank (LMB) leitet. 

1. Sie sind neu im GBN-Vorstand – was hat Sie motiviert, für dieses Amt zu kandidieren? 

Im Vorstand bin ich zwar neu, aber im Steering Committee des GBN arbeite ich schon von Anfang an mit. In dieser Zeit habe ich die Aufgaben und Entwicklungsschritte des Netzwerks intensiv begleitet. Mich reizt besonders, Strukturen weiterzuentwickeln und an neue Anforderungen anzupassen. Die Möglichkeit, strategisch mitzugestalten, um das Biobanking in Deutschland zukunftsfähig zu machen, hat mich besonders motiviert. 

2. Welche Themen möchten Sie in den kommenden zwei Jahren besonders voranbringen? 

Ein Schwerpunkt wird für mich auf Kommunikation, Stakeholder Management und Industriekooperation liegen. In Leipzig haben wir in diesen Bereichen viel Erfahrung gesammelt. Dieses Know-how möchte ich nun noch stärker ins GBN einbringen. 

Denn Kommunikation ist auch in unserem Bereich entscheidend, um Menschen zu überzeugen und neue Kooperationen aufzubauen. Ein gutes Beispiel dafür ist unser 2024 veröffentlichtes GBN-Positionspapier zu Biobanking und Partizipation. Der enge Schulterschluss mit Patient*innen-Vertretungen war dabei ein ganz wichtiger Schritt im Stakeholder Management. Gleichzeitig hat das Papier auch politische Aufmerksamkeit erzeugt. Diese Verbindung aus fachlicher Positionierung, Kommunikation und strategischem Dialog möchte ich weiter ausbauen. 

3. Das GBN ist inzwischen fest im Netzwerk Universitätsmedizin (NUM) verankert. Wo sehen Sie hier die größten Chancen und Herausforderungen? 

Die Verankerung im NUM eröffnet die Chance, Studien ganzheitlich zu betrachten und Strukturen besser zu verzahnen: von klinischen Daten über Bioproben bis hin zu organisatorischen Prozessen. Die enge Zusammenarbeit mit Datenintegrationszentren, Studienorganisationen und perspektivisch auch mit der Industrie eröffnet neue Möglichkeiten. Zugleich ist mit der Aufnahme ins NUM eine hohe Erwartungshaltung verbunden. Entscheidend wird sein, diese Erwartungen mit belastbaren Strukturen zu unterlegen.  

4. Wenn Sie an die Idee einer „Biobank-Plattform für Deutschland“ denken: Was ist aus Ihrer Sicht besonders entscheidend für ihren Erfolg? 

Entscheidend sind Zusammenhalt und eine konstruktive Diskussionskultur. Und das sind Werte, die das GBN seit Jahren prägen. Für eine nationale Plattform braucht es eine solche vertrauensvolle Zusammenarbeit, denn das Projekt ist komplex und vielschichtig.  

Aus Nutzer:innenperspektive zählt vor allem Verlässlichkeit: ein klarer Zugang, rechtssichere Rahmenbedingungen und verbindliche Bearbeitungszeiten. Erfolgreich wird die Plattform dann, wenn wir die komplexen Strukturen im Hintergrund so gestalten, dass die einzelnen Elemente gut ineinandergreifen und die Plattform nach außen einfach funktioniert. 

5. Worauf freuen Sie sich persönlich in Ihrer neuen Rolle im Vorstand? 

Persönlich freue ich mich darauf, den Bereich Kommunikation und Stakeholder Management im Vorstand weiter zu stärken. Die GBN-Community zeichnet sich durch große Offenheit und kurze Wege aus. Diese Kultur weiterzuentwickeln und strategisch zu nutzen, sehe ich als spannende Aufgabe für die kommenden Jahre. 

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