1. Community-Meeting 2025 in Jena

Community-Meeting 2025 in Jena

Am 9. und 10. April 2025 kamen Vertreter*innen der deutschen Biobanking-Community am Universitätsklinikum Jena zusammen. Das zweitägige Netzwerktreffen bot eine Plattform für Austausch, strategische Diskussionen und Einblicke in aktuelle Entwicklungen. „Das persönliche Miteinander schafft Raum für neue Ideen und ist essenziell, um das Biobanking in Deutschland strategisch weiterzuentwickeln“, betonte PD Dr. Dr. Michael Kiehntopf, Mitglied im Vorstand des German Biobank Node (GBN) und Leiter der Integrierten Biobank Jena (IBBJ).

Forschung aus Jena: Sepsis und Krebs im Fokus

Im lokalen Programmteil präsentierten Prof. Dr. Michael Bauer und Prof. Dr. Diana Dudziak Forschungsansätze zu Sepsis und Krebs. Beide zeigten, wie klinische Forschung und Biobanking Hand in Hand gehen – etwa durch interdisziplinäre Modelle oder integrierte Versorgungsstrukturen.

Neues aus den Arbeitsgruppen

Vorträge der Arbeitsgruppen beleuchteten zentrale Themen der Netzwerkarbeit. Die AG Gewebe diskutierte Herausforderungen bei der Standardisierung der Probenverarbeitung: Trotz etablierter Normen gibt es eine hohe Variabilität bei bestehenden Verfahren. Die AG Finanzierung stellte ein Tool zur Ermittlung von Kostenpauschalen vor, um Biobanken die Kalkulation in Drittmittelprojekten zu erleichtern. Die AG Datenqualität arbeitet an einem Leitfaden zur Datenkontrolle, der Definitionen, Datenflüsse und ISO-konforme Konzepte bündelt. Alle AGs freuen sich über neue Mitglieder aus der Community.

Qualitätsmanagement

Einblicke in aktuelle Projekte gaben Sven Heiling und Dr. Christine Hess (beide von der Integrierten Biobank Jena, IBBJ). Im Mittelpunkt: der Ringversuch Liquid 2024/25 und die Akkreditierung der IBBJ nach DIN EN ISO 20387. Christine Hess zeigte, wie QM heute als strukturierendes Instrument wirkt – weit über formale Vorgaben hinaus. Nhutuyen Nguyen (QM-Koordinatorin des GBN) berichtete vom vergangenen Jahres-Auditor*innen-Meeting. Allein die Kennzahlen für 2024 beeindruckten: mit sieben On-Site-Audits, über 700 Feststellungen und 87 Stunden Bahnfahrt eine beachtliche Leistung der 21 aktiven Auditor*innen.

Strategische Ausrichtung und Integration in das NUM

Am zweiten Tag standen strategische Fragen zur Weiterentwicklung des Netzwerks im Vordergrund, insbesondere mit Blick auf das Netzwerk Universitätsmedizin (NUM). GBN-Geschäftsführerin Dr. Cornelia Specht berichtete, dass mit der Förderzusage für die neue Phase „NUM 3.0“ die Integration des GBN in die NUM-Koordinierungsstelle offiziell sei – mit einem eigenen Arbeitsbereich Biobanking. GBN bleibt zugleich nationaler Knoten von des europäischen Biobankennetzwerks BBMRI-ERIC.

Digitalisierung und europäische Vernetzung

Zohaib Hassan (IT-Koordinator des GBN) und Dr. Cecilia Engels (DKTK) gaben Einblicke in die IT-Aktivitäten von BBMRI-ERIC: darunter die Weiterentwicklung des Directory und die Umsetzung des EvolveBBMRI-Projekts. Im Fokus stand auch der MIABIS-Standard: mehr als ein semantisches Modell, versteht sich MIABIS als dynamisches Ökosystem zur Harmonisierung biobankbezogener Daten.

Fazit: Gemeinsam in die nächste Netzwerkphase

Inmitten anstehender struktureller Veränderungen – etwa der geplanten Umbenennung in „German Biobank Network“ – war das Community-Meeting in Jena auch ein Moment der Standortbestimmung. „Gerade in Zeiten des strukturellen Wandels ist es wichtig, als Netzwerk zusammenzukommen, um gemeinsam neue Impulse zu setzen“, resümierte GBN-Vorstandsmitglied Dr. Gabriele Anton.