COVID-19-Datensatz

Der GECCO-Datensatz für die COVID-19-Forschung

Zur Bewältigung der COVID-19-Pandemie und zur besseren Behandlung von COVID-19-Patienten fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) das Netzwerk Universitätsmedizin (NUM) zu COVID-19. Das Netzwerk soll die Daten behandelter COVID-19-Patienten systematisch erfassen und zusammenführen. Der bundesweit einheitliche Datensatz „German Corona Consensus Data Set“ (GECCO) wurde entwickelt, damit Forschende wissenschaftliche Daten zu COVID-19 in Deutschland und die Informationen zur Behandlung von COVID-19-Patienten standardisiert und systematisch erheben und analysieren können. GECCO dient der Wissenschaft damit als gemeinsame Sprache und Arbeitsgrundlage zur Bekämpfung der Pandemie. Der Datensatz wurde in einem transparenten Prozess unter Beteiligung von 50 Expertinnen und Experten aus Uniklinika, Fachgesellschaften und Forschungsinitiativen erarbeitet.

Inhaltliche Parameter

  1. Anamnese/Risikofaktoren: Erfasst wird beispielsweise, ob der Patient/die Patientin Vorerkrankungen wie Herz-Kreislauf- oder Tumorerkrankungen, HIV oder Diabetes hat. Außerdem wird nach Risikofaktoren wie Rauchen gefragt.
  2. Bildgebung: Erfasst werden Daten bildgebender Verfahren wie z.B. von Röntgenbildern der Lunge.
  3. Demographie: Es werden z.B. Angaben zum Geburtsdatum, Geschlecht, Gewicht, zur Größe sowie zur ethnischen Zugehörigkeit erhoben.
  4. Epidemiologische Faktoren: Gefragt wird, ob der Patient/die Patientin in den letzten 14 Tagen vor Beginn seiner/ihrer Beschwerden wissentlich Kontakt mit einer wahrscheinlich oder nachgewiesenermaßen an COVID-19 erkrankten Person hatte.
  5. Komplikationen: Erhoben wird beispielsweise, ob der Patient/die Patientin eine Lungenembolie, einen Herzinfarkt oder eine Blutstrominfektion hat/hatte.
  6. Krankheitsbeginn/Aufnahme: Erhoben wird der Zustand bei der Diagnose/Aufnahme des Patienten/der Patientin.
  7. Laborwerte: Verschiedene Laborwerte werden erfasst wie z.B. Blutwerte.
  8. Medikation: Gefragt wird nach eingenommenen Medikamenten sowohl zur COVID-Therapie als auch zur Behandlung weiterer Erkrankungen.
  9. Outcome bei Entlassung: Erfasst wird die Art der Entlassung einer Patientin/eines Patienten, ob sie/er beatmet wurde und ob sie/er mit einem negativen oder positiven Testergebnis entlassen wurde.
  10. Studieneinschluss/Einschlusskriterien: Als Kriterium für die Teilnahme an der Studie wird erfasst, ob COVID-19 Hauptursache für die Aufnahme ins Klinikum ist und ob eine unterschriebene Einwilligungserklärung vorliegt.
  11. Symptome: Unter anderem werden Symptome wie Geruchs- bzw. Geschmacksstörungen, Bauchschmerzen, Bewusstseinsstörungen/Verwirrtheit, Durchfall, Erbrechen, Husten, Kurzatmigkeit, Übelkeit, Fieber und Kopfschmerzen erfasst.
  12. Therapie: Angegeben wird, welche Therapie der Patient/die Patientin erhält/erhalten hat z.B. Dialyse, Apherese, ECMO-Therapie, Behandlung auf der Intensivstation.
  13. Vitalparameter: Erfasst werden Werte wie Körpertemperatur, Herz- und Atemfrequenz, Blutdruck und Sauerstoffsättigung.

Die aktuelle Datensatzbeschreibung findet sich hier. Diese Daten werden bei COVID-19-Patienten mit deren Einwilligung erhoben und der COVID-19-Forschung über die Forschungsdatenplattform CODEX gemäß Nutzungsordnung zur Verfügung gestellt.

Hintergrund:

Die Basis des Datensatzes bilden das ISARIC-Protokoll der WHO sowie die Datenkonzepte des LEOSS-Registers und die Studie Pa-COVID-19 der Charité. Die drei Datensätze wurden zusammengeführt, die Datenelemente durch ein Expertenboard kommentiert und priorisiert und so zum GECCO-Datensatz weiterentwickelt. Das Expertenboard umfasst Fachleute aus Uniklinika, Fachgesellschaften und anderen relevanten Organisationen wie der AG Interoperabilität der Medizininformatik-Initiative.

Der Prozess der Entwicklung des GECCO-Datensatzes ist im Detail in der Publikation von Sass et al. (2020) beschrieben.